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Warum Zahnschmerzen nachts schlimmer werden: Ein großer Ratgeber

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Es ist ein Gefühl, das fast jedes Kind und jeder Erwachsene schon einmal erlebt hat. Der Tag war völlig in Ordnung. Du hast gespielt, gelernt und gegessen, ohne an deine Zähne zu denken. Doch dann kommt der Abend. Du machst dich bettfertig, legst dich unter die warme Decke und schließt die Augen. Plötzlich meldet sich ein unangenehmes Gefühl im Mund. Erst ist es nur ein leichtes Ziehen. Dann wird es ein Pochen. Schließlich tut es so weh, dass du nicht mehr einschlafen kannst.

Viele Menschen fragen sich in diesem Moment: Warum passiert das immer nachts? Hat der Zahn eine Uhr? Wartet er extra, bis ich schlafen will? Das fühlt sich sehr ungerecht an. Aber keine Sorge, dein Zahn will dich nicht ärgern. Es gibt ganz logische Gründe dafür, warum Schmerzen im Dunkeln stärker sind als im Hellen. In diesem Text erklären wir dir ganz genau, wie dein Körper funktioniert, was in der Nacht anders ist als am Tag und was du gegen die Schmerzen tun kannst.

Dein Körper funktioniert im Liegen anders

Der wichtigste Grund für nächtliche Zahnschmerzen hat mit der Schwerkraft und deinem Blut zu tun. Tagsüber stehst du aufrecht, läufst herum oder sitzt in der Schule. Dein Kopf ist dabei immer der höchste Punkt deines Körpers. Dein Herz ist eine starke Pumpe. Es muss kräftig arbeiten, um das Blut gegen die Schwerkraft nach oben in den Kopf zu pumpen. Sobald das Blut oben war, fließt es ganz leicht und schnell wieder nach unten in den Körper zurück.

Wenn du abends ins Bett gehst und dich hinlegst, ändert sich diese Situation komplett. Dein Kopf ist nun nicht mehr oben. Er liegt auf der gleichen Höhe wie dein Herz und der Rest deines Körpers. Das Herz muss nun nicht mehr so schwer arbeiten, um das Blut in den Kopf zu bekommen. Das Blut fließt viel leichter und mit etwas mehr Druck in deinen Kopf und in dein Gesicht.

Du kannst dir das wie bei einer Wasserflasche vorstellen. Wenn du sie hinstellst, ist das Wasser unten. Wenn du sie hinlegst, verteilt sich das Wasser im ganzen Gefäß. Genauso ist es mit deinem Blut. Es sammelt sich ein wenig mehr im Kopf an, wenn du liegst. Dadurch steigt der Druck in den vielen kleinen Adern in deinem Zahnfleisch und in den Zähnen.

Wenn ein Zahn gesund ist, merkst du davon nichts. Aber wenn ein Zahn schon ein bisschen krank oder entzündet ist, spürst du diesen Druck sofort. Eine Entzündung braucht Platz, weil das Gewebe dick wird. Durch das viele Blut wird es dort aber noch enger. Dieser Druck presst auf die feinen Nerven im Zahn. Das Ergebnis ist ein pochender Schmerz. Du spürst quasi deinen eigenen Herzschlag im Zahn hämmern.

Die Stille der Nacht macht alles lauter

Es gibt aber nicht nur einen körperlichen Grund, sondern auch einen Grund, der mit deinem Gehirn zu tun hat. Dein Gehirn ist wie ein Supercomputer. Es verarbeitet den ganzen Tag über Millionen von Informationen. Du hörst Autos auf der Straße, redest mit Freunden, siehst bunte Bilder im Fernsehen oder konzentrierst dich auf deine Hausaufgaben.

Weil tagsüber so viel passiert, muss dein Gehirn entscheiden, was wichtig ist. Es blendet unwichtige Dinge einfach aus. Ein ganz leichter Zahnschmerz wird am Tag oft als „unwichtig“ sortiert. Dein Gehirn ist so beschäftigt mit anderen Dingen, dass du das Ziehen im Zahn gar nicht bemerkst. Du bist abgelenkt.

In der Nacht ändert sich das schlagartig. Du liegst im Bett. Es ist dunkel. Es ist leise. Niemand redet mit dir. Es gibt kein Spielzeug und kein Handy, das dich ablenkt. Dein Gehirn hat nun „Feierabend“ von den äußeren Reizen. Jetzt hat es Zeit, in deinen Körper hineinzuhorchen.

Plötzlich wird jedes kleine Signal wichtig. Das leise Ziehen im Zahn, das tagsüber untergegangen ist, wirkt in der Stille riesengroß. Man kann das mit einer tickenden Uhr vergleichen. Am Tag, wenn das Radio läuft, hörst du das Ticken der Uhr nicht. Aber nachts, wenn alles still ist, klingt das Ticken plötzlich sehr laut und nervig. Genauso ist es mit dem Schmerz. Er war vielleicht schon da, aber jetzt bekommt er die volle Aufmerksamkeit deines Gehirns.

Wie ist ein Zahn eigentlich aufgebaut?

Um den Schmerz besser zu verstehen, müssen wir uns den Zahn kurz ansehen. Ein Zahn ist nicht einfach nur ein weißer Stein im Mund. Er ist ein lebendiges Organ. Ganz außen hat der Zahn eine harte Schicht. Das ist der Zahnschmelz. Er ist das härteste Material in deinem ganzen Körper, sogar härter als Knochen. Er ist wie ein Schutzpanzer.

Unter dem Panzer liegt das Zahnbein. Das ist schon etwas weicher. Und ganz tief im Inneren des Zahns gibt es eine Höhle. Darin wohnt der Zahnnerv. Der Nerv ist sehr empfindlich. Er mag keine Kälte, keine Hitze und keine Bakterien. Solange der Panzer außen heil ist, geht es dem Nerv gut. Er ist sicher und warm verpackt.

Aber wenn im Panzer ein Loch ist, bekommt der Nerv Probleme. Bakterien dringen ein und ärgern ihn. Der Nerv schlägt Alarm. Dieser Alarm ist das, was wir als Zahnschmerzen spüren. Der Nerv sagt dem Gehirn: „Hallo, hier stimmt was nicht! Der Schutzwall ist kaputt!“ Nachts ist dieser Alarm besonders laut, weil der Nerv durch die Wärme im Bett und den Blutdruck zusätzlich gereizt wird.

Karies: Die häufigste Ursache für Löcher

Der Hauptgrund, warum der Schutzpanzer kaputt geht, heißt Karies. Karies entsteht durch kleine Bakterien, die in deinem Mund leben. Diese Bakterien lieben Zucker. Jedes Mal, wenn du Süßigkeiten isst oder süße Limonade trinkst, freuen sich die Bakterien. Sie fressen den Zucker und verwandeln ihn in Säure.

Diese Säure ist gefährlich für den Zahn. Sie ätzt kleine Löcher in den harten Zahnschmelz. Wenn man die Zähne nicht gut putzt, werden diese Löcher immer größer und tiefer. Irgendwann erreichen sie das Innere des Zahns, wo der Nerv wohnt.

Nachts sind diese Bakterien oft besonders aktiv. Wenn du vor dem Schlafen nicht gründlich geputzt hast, bleiben Essensreste zwischen den Zähnen hängen. Das ist wie ein Festmahl für die Bakterien. Sie vermehren sich schnell. Die Wärme unter der Bettdecke gefällt ihnen auch gut. Die Kombination aus aktiven Bakterien, einem offenen Loch und dem Druck durch das Liegen führt dann zu den starken Schmerzen.

Zahnfleischprobleme und Essensreste

Manchmal ist der Zahn selbst gesund, aber das Zahnfleisch drumherum ist krank. Das Zahnfleisch soll den Zahn festhalten und den empfindlichen Zahnhals bedecken. Wenn sich dort Essensreste sammeln, entstehen Beläge. In diesen Belägen wohnen wieder unsere unfreundlichen Bakterien.

Das Zahnfleisch reagiert darauf beleidigt. Es wird rot, dick und fängt manchmal an zu bluten, wenn du es berührst. Das nennt man eine Entzündung. Eine Entzündung bedeutet immer, dass dort mehr Blut hinfließt als normal.

Nachts im Liegen verstärkt sich dieser Effekt noch. Das geschwollene Zahnfleisch drückt gegen den Zahn. Das fühlt sich oft dumpf an. Man weiß gar nicht genau, welcher Zahn weh tut. Es fühlt sich eher so an, als würde der ganze Kiefer schmerzen. Ein kleines Stück Fleisch oder ein Popcorn-Rest, der zwischen zwei Zähnen klemmt, kann einen riesigen Druck auslösen. Das Zahnfleisch versucht, den Fremdkörper loszuwerden und schwillt an. Das verursacht den Schmerz.

Stress und Zähneknirschen

Es gibt Kinder und Erwachsene, die haben super gesunde Zähne ohne Löcher. Trotzdem wachen sie nachts mit Schmerzen auf. Der Grund liegt oft im Gehirn und in den Muskeln. Wenn man tagsüber viel Stress hat, Angst vor einer Klassenarbeit hat oder Streit mit Freunden hatte, nimmt man diese Sorgen mit ins Bett.

Im Schlaf verarbeitet dein Gehirn diese Gefühle. Dabei spannen viele Menschen unbewusst ihre Kiefermuskeln an. Sie pressen die Zähne ganz fest aufeinander oder reiben sie hin und her. Das nennt man „Zähneknirschen“.

Die Kaumuskeln sind extrem stark. Sie können fester zubeißen als du denkst. Wenn sie das die ganze Nacht machen, ist das Schwerstarbeit für die Zähne. Die Zähne werden mit enormer Kraft aufeinandergedrückt. Das reizt die Nerven im Inneren.

Davon wachst du oft auf. Die Zähne tun weh, als hättest du auf einen Stein gebissen. Auch die Muskeln in den Wangen und an den Schläfen können schmerzen. Manchmal bekommt man davon sogar Kopfschmerzen am Morgen. Das Knirschen kann auch feine Risse im Zahnschmelz verursachen, die man nicht sieht, die aber sehr weh tun.

Warum ein trockener Mund weh tut

Speichel, also deine Spucke, ist ein echtes Wundermittel. Tagsüber produzieren wir sehr viel davon. Der Speichel spült die Zähne sauber. Er verdünnt die Säure der Bakterien und schützt den Zahnschmelz. Er enthält auch Stoffe, die kleine Schäden reparieren können.

Nachts schläft deine Speichelproduktion fast ein. Der Mund wird trocken. Viele Menschen atmen beim Schlafen durch den Mund, was ihn noch trockener macht, wie eine Wüste. Ohne den schützenden Speichel sind die Zähne den Bakterien schutzlos ausgeliefert.

Wenn du einen empfindlichen Zahnhals hast, tut die trockene Luft weh. Trockene Schleimhäute sind gereizter und empfindlicher. Fehlt der Speichel, fehlt der natürliche Schutzfilm. Das erklärt, warum sich ein kleiner Schmerz vom Tag in der trockenen Nacht in einen großen Schmerz verwandelt.

Schnupfen und Erkältung

Es klingt komisch, aber manchmal kommen Zahnschmerzen gar nicht von den Zähnen. Sie kommen von der Nase. Über deinen oberen Backenzähnen liegen die Kieferhöhlen. Das sind Hohlräume im Knochen, die zur Nase gehören. Die Wurzeln der oberen Zähne ragen oft sehr nah an diese Höhlen heran.

Wenn du eine Erkältung oder einen starken Schnupfen hast, sind diese Höhlen entzündet und voller Schleim. Das drückt auf die Wurzeln der oberen Zähne. Besonders im Liegen steigt der Druck in den Nebenhöhlen. Dann tun dir die oberen Backenzähne weh, obwohl sie eigentlich gesund sind. Wenn du also Schnupfen hast und Zahnschmerzen bekommst, kann das zusammenhängen. Oft hilft hier Nasenspray besser als Zahnmedizin.

Was du sofort tun kannst: Erste Hilfe in der Nacht

Jetzt weißt du, warum es weh tut. Aber was machst du, wenn du nachts um 3 Uhr aufwachst und der Zahnarzt geschlossen hat? Hier sind Tipps, die dir helfen, die Zeit bis zum Morgen zu überbrücken.

1. Kühlen ist am wichtigsten

Wärme ist bei Zahnschmerzen fast immer schlecht. Wärme sorgt dafür, dass noch mehr Blut in die Entzündung fließt. Der Druck steigt, der Schmerz wird schlimmer. Deshalb: Finger weg von Wärmflaschen an der Backe! Stattdessen hilft Kälte. Nimm einen Waschlappen und mache ihn mit kaltem Wasser nass. Oder nimm ein Kühlpack (Gelbeutel) aus dem Kühlschrank. Wickle es unbedingt in ein dünnes Tuch, damit es nicht zu eisig auf der Haut ist. Lege es von außen auf die Wange. Die Kälte betäubt den Nerv ein wenig und verringert die Durchblutung. Das Pochen lässt nach.

2. Kopf hoch lagern

Erinnerst du dich an die Wasserflasche? Wir wollen das Blut aus dem Kopf bekommen. Also darfst du nicht flach liegen. Baue dir im Bett eine Rampe aus Kissen. Nimm zwei oder drei Kissen übereinander. Versuche, fast im Sitzen zu schlafen oder zumindest so, dass dein Kopf deutlich höher liegt als dein Herz. Sobald du den Kopf anhebst, sinkt der Druck in den Adern. Viele Kinder spüren sofort eine Erleichterung, wenn sie sich aufsetzen.

3. Spülen mit Salzwasser

Salz ist ein altes Hausmittel. Es wirkt gegen Bakterien und zieht Flüssigkeit aus dem geschwollenen Zahnfleisch. Gehe ins Bad und nimm ein Glas warmes Wasser (nicht heiß!). Rühre einen Teelöffel normales Salz hinein, bis es sich aufgelöst hat. Nimm einen Schluck in den Mund und bewege ihn dort hin und her, besonders an der Stelle, wo es weh tut. Spucke es danach aus. Das schmeckt nicht lecker, aber es hilft oft sehr gut gegen Entzündungen am Zahnfleisch.

4. Zahnzwischenräume reinigen

Manchmal ist nur ein Stück Essen schuld, das drückt. Versuche vorsichtig, mit Zahnseide den Bereich um den schmerzenden Zahn zu reinigen. Wenn dort ein Stück Apfel oder Fleisch klemmt, lässt der Schmerz oft sofort nach, wenn es entfernt ist. Sei aber sehr vorsichtig, um das Zahnfleisch nicht noch mehr zu verletzen.

Wann muss man zum Arzt?

Diese Tipps helfen dir durch die Nacht. Aber sie heilen den Zahn nicht. Ein Loch im Zahn wächst nicht von alleine wieder zu. Auch eine tiefe Entzündung geht selten von selbst weg. Du musst am nächsten Morgen deinen Eltern Bescheid sagen. Ein Besuch beim Zahnarzt ist notwendig, wenn:

  • Der Schmerz stark ist und dich weckt.
  • Deine Wange dick wird (das ist gefährlich!).
  • Du Fieber bekommst.
  • Der Zahn wackelt oder sich beim Kauen komisch anfühlt.
  • Das Zahnfleisch blutet oder Eiter zu sehen ist.

Hab keine Angst vor dem Zahnarzt. Er ist dein Freund und Helfer. Er hat spezielle Werkzeuge, um den Schmerz zu beenden. Meistens bekommst du eine kleine Betäubung. Das ist wie ein Schlafmittel nur für den Zahn. Dann merkst du gar nicht, was der Arzt macht. Er putzt das Loch sauber und macht eine Füllung hinein. Danach ist der Schmerz weg und du kannst wieder ruhig schlafen.

Wie du Zahnschmerzen verhindern kannst

Das Beste ist natürlich, wenn man gar keine Schmerzen bekommt. Du kannst sehr viel dafür tun. Deine Zähne sind wie Werkzeuge, die gepflegt werden müssen.

Richtiges Putzen

Putze morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafen. Abends ist es besonders wichtig, weil der Speichel nachts fehlt. Nimm dir Zeit. Stell dir eine Eieruhr auf drei Minuten. Putze nicht nur vorne, wo man es sieht. Die Bakterien verstecken sich gerne ganz hinten bei den Backenzähnen und auf der Innenseite bei der Zunge. Male mit der Zahnbürste kleine Kreise auf die Zähne. Drücke nicht zu fest, sondern sei sanft aber gründlich.

Zahnseide benutzen

Die Zahnbürste kommt nicht überall hin. Die engen Räume zwischen den Zähnen sind perfekte Verstecke für Karies-Monster. Bitte deine Eltern, dir zu zeigen, wie man Zahnseide oder kleine Interdentalbürsten benutzt. Einmal am Tag, am besten abends, solltest du dort sauber machen.

Zucker meiden

Zucker ist der Treibstoff für Karies. Versuche, nicht den ganzen Tag Süßes zu essen oder Limo zu trinken. Wenn du naschst, dann lieber eine Portion auf einmal und danach Zähne putzen. Wasser ist das beste Getränk für deine Zähne, weil es den Mund sauber spült.

Fluorid nutzen

Fluorid ist ein Stoff, der in vielen Zahnpasten steckt. Er macht den Zahnschmelz hart. Er repariert kleine Schäden, bevor ein Loch entsteht. Achte darauf, dass deine Zahnpasta Fluorid enthält. Manchmal gibt der Zahnarzt auch extra Fluorid-Gel auf die Zähne. Das ist wie ein Schutzschild für den Zahnschmelz.

Was wir gelernt haben

Zahnschmerzen in der Nacht sind schlimm, aber erklärbar. Sie entstehen durch das flache Liegen, die bessere Durchblutung, fehlende Ablenkung und trockenen Mund. Dein Körper zeigt dir damit, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es ist ein Warnsignal.

Nimm dieses Signal ernst. Mit Kühlen und Hochlagern kommst du durch die Nacht. Aber am nächsten Tag solltest du den Zahnarzt besuchen. Wer seine Zähne gut pflegt, gut putzt und gesund isst, muss sich vor der Nacht nicht fürchten. Gesunde Zähne schlafen nämlich genauso gerne und ruhig wie du.

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Bild von Dr Jeong-Woo Yoo

Dr Jeong-Woo Yoo

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